Ein Businessplan für die Bank soll keine Begeisterung ersetzen, sondern eine Kreditentscheidung ermöglichen. Er zeigt, was finanziert wird, wie Einnahmen entstehen und wie Zins und Tilgung auch bei Abweichungen bezahlt werden.
Wann ein Businessplan besonders wichtig ist
- Gründung oder Übernahme,
- Selbstständigkeit ohne mehrere abgeschlossene Geschäftsjahre,
- neues Produkt oder neuer Vertriebsweg,
- größere Investition außerhalb des bisherigen Geschäfts,
- deutliche Ausweitung von Personal oder Standort,
- Förderkredit mit Konzeptprüfung.
Bei einem etablierten Unternehmen kann eine kürzere Vorhabenbeschreibung mit aktuellen Zahlen ausreichen. Fragen Sie den Finanzierungspartner nach Umfang und Vorlage.
Aufbau in neun Teilen
1. Zusammenfassung
Die erste Seite nennt Geschäft, Kunden, Vorhaben, Kapitalbedarf, Eigenmittel und gewünschten Kredit. Schreiben Sie diesen Teil zuletzt, damit alle Zahlen übereinstimmen.
2. Person und Qualifikation
Beschreiben Sie Ausbildung, Berufserfahrung, Zulassungen und unternehmerische Kenntnisse. Nennen Sie auch Aufgaben, für die Steuerberatung, Buchhaltung oder externe Fachleute eingesetzt werden.
3. Angebot und Kundennutzen
Erklären Sie konkret:
- welches Problem gelöst wird,
- welche Leistung verkauft wird,
- wie der Preis entsteht,
- wie häufig Kunden kaufen,
- wodurch sich das Angebot unterscheidet.
4. Markt und Wettbewerb
Nutzen Sie nachvollziehbare Quellen und lokale Daten. Benennen Sie direkte Alternativen, Preise und Ihre tatsächliche Position. „Keine Konkurrenz“ ist meist kein glaubwürdiger Vorteil.
5. Vertrieb und Auftragsgewinnung
Ordnen Sie jedem Vertriebskanal Annahmen zu: erreichbare Kontakte, Abschlussquote, Preis und Kapazität. Bereits vorhandene Anfragen, Verträge oder Absichtserklärungen gehören in die Anlagen.
6. Organisation und Betrieb
Zeigen Sie Standort, Personal, Lieferanten, Technik, Versicherungen und Genehmigungen. Abhängigkeiten von einzelnen Personen oder Lieferanten sollten mit einem Ersatzplan versehen werden.
7. Kapitalbedarf
Listen Sie jede Position mit Angebot oder Herleitung:
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Investitionen | Maschinen, Fahrzeug, Ausstattung, Software |
| Gründungskosten | Beratung, Genehmigungen, Kaution |
| Betriebsmittel | Miete, Personal, Material, Marketing |
| Anlaufreserve | Zeitraum bis zu stabilen Zahlungseingängen |
| Puffer | begründete Preis- oder Terminabweichungen |
Bereits vorhandene Eigenmittel, Zuschüsse und Darlehen werden getrennt dargestellt.
8. Rentabilität
Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob Erlöse nach Kosten ein ausreichendes Ergebnis ermöglichen. Leiten Sie Umsatz aus Preis mal realistisch verkaufbarer Menge ab. Berücksichtigen Sie Personal, Versicherungen, Miete, Abschreibungen, Zinsen und Unternehmerlohn beziehungsweise private Entnahmen.
9. Liquidität
Auch ein rentables Unternehmen kann zahlungsunfähig werden, wenn Kunden spät zahlen. Planen Sie deshalb monatlich:
- tatsächliche Zahlungseingänge,
- Auszahlungen einschließlich Umsatzsteuer und Einkommensteuer,
- Investitionszeitpunkte,
- Darlehensauszahlung,
- Zins und Tilgung,
- Mindestreserve.
Drei Szenarien statt einer Punktprognose
Erstellen Sie ein vorsichtiges, ein erwartetes und ein stärkeres Szenario. Verändern Sie nicht wahllos alle Werte, sondern die wichtigsten Treiber: Auftragszahl, Preis, Auslastung, Zahlungsziel oder Materialkosten.
Die Finanzierung sollte nicht nur im stärksten Szenario funktionieren. Zeigen Sie, welche Ausgaben im vorsichtigen Fall verschoben oder reduziert werden können.
Rechenweg für Umsatz nachvollziehbar machen
Beispiel mit frei gewählten Annahmen:
Eine Beratung plant 60 abrechenbare Stunden pro Monat zu durchschnittlich 120 Euro. Daraus entstehen 7.200 Euro Monatsumsatz. Der Businessplan muss zusätzlich erklären, warum 60 Stunden erreichbar sind, wie Akquise- und Verwaltungszeit berücksichtigt werden und ob der Preis durch Angebote oder bisherige Aufträge belegt ist.
Eine bloße Wachstumsrate ohne Kapazität und Kundenannahmen ist schwächer als ein einfacher, überprüfbarer Rechenweg.
Kapitaldienst in der Planung
Nehmen Sie die vollständige Monatsrate in die Liquiditätsplanung auf. Bei tilgungsfreien Anlaufjahren fallen weiterhin Zinsen an; danach steigt die laufende Belastung. Planen Sie den Übergang ausdrücklich.
Bei variablem Zinssatz oder Anschlussfinanzierung sollte ein höheres Zinsszenario geprüft werden. Fördercharakter bedeutet nicht automatisch, dass jedes Vorhaben die günstigste Preisklasse erhält.
Anlagen geordnet beifügen
- Lebenslauf und Qualifikationen,
- Angebote für Investitionen,
- Miet- oder Kaufvertragsentwürfe,
- Kundenverträge oder Absichtserklärungen,
- Genehmigungen und Zulassungen,
- vorhandene Steuerbescheide, EÜR, Abschlüsse und BWA,
- Eigenkapitalnachweise,
- tabellarische Planungsrechnungen.
Verweisen Sie im Text auf die jeweilige Anlage. Sensible Daten sollten nur über den vorgesehenen sicheren Übermittlungsweg versendet werden.
Häufige Schwächen
- Kapitalbedarf enthält keine Anlaufreserve.
- Umsatz ist nicht aus Preis und Menge hergeleitet.
- private Lebenshaltung fehlt.
- Steuerzahlungen werden als Gewinnreserve behandelt.
- Kreditrate erscheint nicht in der Liquidität.
- Businessplan und BWA verwenden unterschiedliche Zahlen.
- Risiken werden aufgezählt, aber ohne Gegenmaßnahme.
- Vorhaben wurde vor dem Förderantrag begonnen.
Checkliste vor dem Banktermin
- Betrag und Verwendung stimmen mit Angeboten überein.
- Eigenmittel und Finanzierung schließen den Gesamtbedarf.
- Umsatzannahmen sind aus Kapazität und Preis hergeleitet.
- Liquidität ist monatlich geplant.
- Kreditrate und Steuern sind enthalten.
- vorsichtiges Szenario bleibt zahlungsfähig.
- Anlagen sind beschriftet und aktuell.
- Förderfristen wurden geprüft.
Fazit
Ein starker Businessplan ist eine überprüfbare Entscheidungsvorlage. Seine Qualität zeigt sich nicht an Seitenzahl oder großen Wachstumsworten, sondern an konsistenten Zahlen, belegten Annahmen und einem Plan für schwächere Monate.